Geschichte der Spiegelherstellung

Ruhende Wasseroberflächen sind natürliche Spiegel. Die ersten künstlichen Spiegel dürften flache Schalen mit Wasser gewesen sein. Schmuck und Körperbemalung gehören seit der Steinzeit zum Menschen und damit auch das Bedürfnis, das Resultat des Schmückens und Bemalens an sich selbst zu sehen.

Die ersten von Menschen erschaffenen Spiegel entstanden möglicherweise schon in der Kupfersteinzeit oder in der Bronzezeit, indem man nun verfügbare Metalle zu diesem Zweck polierte. Um 3000 v. Chr. gab es bereits in Mesopotamien solche Bronzespiegel.

In Çatalhöyük fand James Mellaart Spiegel aus Obsidian. Diese bestanden aus einer konisch grob behauenen Rückseite und einer flachen Vorderseite. Diese wurde glatt poliert und ist ein wenig konvex. Nach den herstellungstechnischen Experimenten wurde die Spiegelfläche zunächst grob zugehauen und dann mit groben und feinen Schleifsteinen, mit Sand, Lehm und Wasser poliert. Der Arbeitsaufwand, aus einer Obsidiankugel einen Spiegel so herzustellen, wird auf acht Stunden geschätzt.

Aus dem alten Ägypten sind Spiegel aus polierten Bronze- und Kupferplatten bekannt. Sie treten seit dem Alten Reich in bildlichen Darstellungen auf und sind gut durch Funde belegt, da sie zur Standardausstattung von Frauenbestattungen gehörten. Diese Spiegel waren rund und hatten einen Griff, der meist aus einem anderen Material gefertigt war. Einige dieser Griffe sind reich verziert. Aus Ägypten stammen auch die ersten Behältnisse zur Aufbewahrung von Spiegeln. Alle erhaltenen Exemplare sind Handspiegel.

Die erste schriftliche Überlieferung metallischer Spiegel in der Bibel findet sich in Exodus 38,8: „Und machte ein Handfaß von Erz und seinen Fuß auch von Erz aus Spiegeln der Weiber, die vor der Tür der Hütte des Stifts dienten.“ Etruskische und griechische Spiegel wurden auf der Rückseite oftmals reich mit figürlichen Szenen dekoriert. Spiegel aus dem alten Griechenland haben oft auch einen Griff, der als Standbein fungierte, so dass man die Spiegel frei aufstellen konnte. Diese Standbeine sind oft in Form von stehenden Figuren gearbeitet. Daneben finden sich im 4. Jahrhundert v. Chr. die ersten Klappspiegel, deren Deckel, die die Spiegelfläche schützten, gerne reich verziert sind.

Über dreitausend etruskische Bronzespiegel sind vor allem in Grabanlagen entdeckt worden. Sie wurden vom Ende des fünften bis zum zweiten Jahrhundert v. Chr. in Etrurien produziert. Überwiegend Frauen benutzten diese Spiegel, die ihnen meist zur Hochzeit überreicht und später mit in ihr Grab gelegt wurden. Frisch poliert, leuchteten diese Spiegel der Überlieferung nach wie Gold. Auf der Rückseite waren häufig mythologische Szenen graviert.

Römische Spiegel haben oft nicht mehr den langen Griff, wie er in den vorherigen Kulturen üblich war, doch kommen diese Griffe auch weiterhin vor. In Pompeji wurde beispielsweise ein Silberspiegel mit einem solchen Griff gefunden. Auch Klappspiegel waren verbreitet und erfreuten sich einer offenkundigen Beliebtheit. Sie konnten eine Metallspiegelfläche haben oder eine aus Glas. Die römischen Klappspiegel sind meist kleiner als die griechischen.

Die ersten Spiegel mit einer Spiegelfläche aus Glas werden von Plinius beschrieben und sollen in Sidon erfunden worden sein. Sidon gilt als einer der wichtigsten Orte in der frühen Glasherstellung, womit diese Annahme durchaus gerechtfertigt sein kann. Die ältesten erhaltenen Exemplare stammen aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Sie sind in der Regel rund. Das Glas ist meist innerhalb einer Metallfläche eingelassen.

Mittelalter

Im 14. Jahrhundert entstanden erstmals Spiegel, indem man Glaskugeln blies und, noch während sie glühten, in sie hinein Metalllegierungen einbrachte. Nach dem Erkalten zerteilte man diese Kugeln in Abschnitte und erhielt so konvexe Spiegelflächen. Träger-Materialien, in das diese Spiegelflächen eingelassen waren, sind im höfischen Bereich ab dem 14. Jh. vor allem elfenbeinerne Spiegel oder Spiegeldosen, deren Herstellungszentren in Paris, Köln und den südlichen Niederlanden zu verorten sind.[8] Weiterhin gab es kleine, günstiger zu produzierende Gusszinnkapseln,[9] von denen allerdings kaum welche erhalten geblieben sind. Auch in Pilgerzeichen wurden kleine Spiegel eingelassen, diese wurden dann auch "Spiegelzeichen" (auch Wallfahrtsspiegel) genannt. Weitere Spiegelfassungen bestanden aus Holz und sind heute quasi nicht mehr erhalten – allerdings geben Inventare und malerische Darstellungen Zeugnis von deren Existenz; das vielleicht berühmteste Beispiel ist der Spiegel in der sogenannten Arnolfini-Hochzeit von Jan van Eyck, der aus Holz besteht, in das mehrere emaillierte Medaillons eingelassen scheinen.

Frühe Neuzeit: Belegen mit Zinnfolie unter Verwendung von Quecksilber

Zum Ende des Mittelalters wurde die Technik der Glasspiegel weiterentwickelt, man stellte Quecksilber-Spiegel her. Dabei wurde Quecksilber auf dünne, auf Papier gelagerte, polierte Zinnfolien aufgetragen und mit einem weiteren, glatten Papierblatt bedeckt. Darauf wurde eine Glasplatte gelegt und leicht angedrückt, während die obere Papierschicht wieder entfernt wurde. Nach 10 bis 20 Stunden Ruhe- und Presszeit und bis zu zwei Wochen Trocknungszeit war der Spiegel fertig. Da sich Zinn und Quecksilber zu Zinnamalgam verbinden, wäre Zinnamalgam-Spiegel die korrekte Bezeichnung. Die Herstellung dieser Spiegel war ungleich aufwändiger als die Spiegelherstellung durch Einblasen der Legierung in Glaskugeln, wurde jedoch fast vier Jahrhunderte lang angewandt. Von der Erfindung um 1450 bis 1665 war die Herstellung von klaren Kristallspiegeln ein Monopol der Glasbläser der venezianischen Insel Murano. Dann wurden zwanzig Handwerker von Frankreich abgeworben und eine königliche Spiegelglasmanufaktur errichtet, zuerst in Paris, ab 1695 in Saint-Gobain. Hier wurden die ersten ebenen Spiegel hergestellt. 1734 kosteten zwei Quadratmeter Spiegelglas ein Jahresgehalt eines Glasbläsers.

Moderne: Beschichtung mit Silber und Aluminium

Im 19. Jahrhundert schließlich entstand der Silberspiegel. 1835 publizierte Justus von Liebig die Zeilen: „[…] wenn man Aldehyd mit einer Silbernitratlösung mischt und erhitzt, scheidet sich Silber auf der Wand des Glases ab und es entsteht ein brillanter Spiegel.“ Aber erst als Amalgamspiegel 1886 wegen ihrer Giftigkeit verboten wurden, ging man allgemein zur Silberspiegelfabrikation über. Zur genaueren Beschreibung der chemischen Zusammenhänge siehe auch: Silberspiegelprobe. Heute presst man unter Vakuum Aluminiumfolie auf glatte Glasscheiben oder bedampft bzw. besputtert sie mit Aluminium. Es gibt einfache Glasspiegel und wertvollere Kristallspiegel. Diese müssen mindestens zehn Prozent Oxide enthalten; entweder Bleioxid (PbO) oder Bariumoxid (BaO), Kaliumoxid (K2O) oder Zinkoxid (ZnO) (Siehe auch Kristallglas).

Source: https://de.wikipedia.org/

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